• L wie Liqueur de Dosage - Champagner ABC - Urban Drinks

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L wie Liqueur de dosage

Auch unter dem Begriff "Liqueur d’Expédition" bekannt, wird dieser Likör nach dem Enthefen zu dem Champagner gegeben, um diesem den letzten Schliff zu verpassen. Die Dosage ist eine Mischung aus Reservewein und Rohrzucker. Ein herkömmlicher Brut weist zwischen 6 und 12 Gramm Restzucker auf, während ein süßer Sec-Champagner über 17 bis 32 Gramm verfügt. Je nach Land genießen die Menschen ihren Champagner unterschiedlich. Die Briten haben seit jeher eine große Schwäche für Brut, während Russen eine Vorliebe für trockenen, also eher süßen Champagner haben. Es ist interessant, zu sehen, wie sich der kollektive Geschmack über die Jahrzehnte hinweg verändert hat. Laut des Historikers François Bonal fiel der im 19. Jahrhundert produzierte Champagner um ein Vielfaches süßer aus, als man es heute gewohnt ist. Um genau zu sein sogar etwa 15- bis 20-mal süßer: Der für Russland bestimmte Champagner wies etwa 275 bis 300 Gramm Zucker pro Flasche auf, der nach Amerika gesandte Schaumwein etwa 110 bis 165 Gramm. Die Briten waren damals schon eher herb gepolt mit 21 bis 66 Gramm Zucker pro Flasche, während die Franzosen auf 165 bis 200 Gramm Zucker pro Flasche Wert legten. Während die Briten ihren Champagner gern während des gesamten Essens genossen, verstanden die Franzosen ihn eher als Dessertwein. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges erst kam herberer Champagne in Mode.

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